Azoox aufpeppeln

Azooxantelle Korallen sind toll. Mit ihren opaken Farben in kräftigen Orange-, Gelb- oder Rottönen stellen sie eine Bereicherung zu den ansonsten im Riffaquarium gepflegten Korallen dar.

Nicht alle Händler und Riffaquarianer nehmen sich die Zeit um diese besonderen Pfleglinge hinreichend zu kümmern. Wenn ich angeschlagene Tiere finde, nehme ich sie gerne auf und versuche sie wieder gesund zu pflegen. Bislang auch recht erfolgreich.

Allerdings stellt die Haltung dieser Korallen eine gewisse Herausforderung an den Halter, da die Korallen regelmäßig gefüttert werden müssen. Zudem belastet die Fütterung das Wasser stark, wenn das Futter nicht besonders gezielt zugegeben werden kann.

Da in meiner Anlage keine großen Fische schwimmen, hält sich die Wasserbelastung sehr in Grenzen - ich muss sorgar mehr Futter zugeben, als meine Fische fressen können, um genügend Nährstoffe für die SPS im Wasser zu haben. Deswegen kann ich mir den Luxus erlauben, einige NPS (umgangssprachlich Non Photosynthetic Stony) und Gorgonien zu halten, ohne meine SPS durch zu hohen Futtereintrag zu gefährden.

Allerdings beschränkt sich die Auswahl der Korallen auf einfach zu haltende azooxantelle Korallen wie Tubastreas, Dendrophyllias, Balanophyllias oder Menellas.

Azoox werden selten von Händlern gezielt angefragt, weil sie kaum Absatz finden und auch beim Händler einen gewissen Pflegeaufwand erfordern. Leider werden diese Korallen oft bei Importen einfach mit dazugelegt, um auf kurz oder lang zu verkümmern. Wenn ich bei meinen Streifzügen durch die Händlerbecken eine angeschlagene NPS entdecke juckt es mir in den Fingern, denn diese Korallen haben ein erstaunliches Regenerationspotential. Auf den Fotos seht ihr meine Azoo-Regenerationsecke. Hier stehen verschiedene Gattungen großpolypiger azooxanteller Korallen, die ich in den letzten Monaten bei Händlern gegen kleines Geld mitgenommen habe. Oft sind diese Korallen abgemagert und sind von Glarosen und Kugelalgen befallen. Wenn man sich ein wenig um sie kümmert, können da wieder richtige schöne Tiere draus werden.

Um eine NPS auf Vordermann zu bringen, gehe ich wie folgt vor:

Zunächst müssen alle störenden Einflüsse entfernt werden. Die Koralle wird geputzt und Algen, Wurmschnecken etc. entfernt. All zu viel überschüssiges Skelett wird entfernt. Dann stelle ich die Korallen in meinem Ablegerbecken in eine schwach beleuchtete Ecke. Hier wohnen zwei Berghia-Schnecken, die sich der Glasrosen annehmen. Von denen gibt es zwischen den Polypen meist viele und sie stressen die NPS. Neulich habe ich auch eine Krabbe gefunden, die in einer Tubastrea lebte und in aller Seelen Ruhe Polyp für Polyp abweidete.

Dann gilt es, die Korallen wieder ans Futter zu bringen. Erstaunlicherweise war das bei mir nie ein Problem. Nach Abschalten der Strömung gebe ich abends verschiedene Frostfutter auf die meist geschlossenen Polypen der neuen Korallen. Wenig später sieht man erste zögerliche Tentakel nach dem Futter greifen. Wenn dann die erste Artemie den Weg in die Koralle gefunden hat, sie sie an sich schon über den Berg. Jetzt muss man nur noch regelmäßig füttern und die Korallen beginnen wieder zu regenerieren.

Sehr erstaunt hat mich das Wachstum der gelben Dendrophyllia. Normalerweise wachsen die Polypen und expandieren schon, aber dass die Korallen bereits abgestorbenes Skelett zurückerobern, kommt selten vor. Diese Dendro macht sich inzwischen richtig gut und beginnt an den unteren Enden des Gewebes sogar, neue Polypen auszuprägen.

Gefüttert werden die Korallen fast jeden Abend mit Rotem Plankton, Lobstereiern, Artemia oder neuerdings Nauplien. Der Artemia-Nauplien-Reaktor sollte an sich nur ein Experiment sein, aber die Korallen reagieren so extrem auf die Zugabe der lebenden Larven, dass ich beschlossen habe, nun die Nauplien fest in den Speiseplan zu integrieren. Seit der regelmäßigen Zugabe stehen die NPS auch tagsüber geöffnet! Zudem ist die Erzeugung denkbar einfach.

Posted by Markus on
Hallo,
Ich pflege auch tubastreas coccinea-und erst heute ist mir aufgefallen das vereinzelte Polypen an verschiedenen Stellen im Becken wachsen.
Ist das möglich?
Ich pflege erst seit rund einem 3/4 Jahr aber mir ist da nie was aufgefallen aber die Polypen sehen ganz genauso aus wie auf dem Skelett Ballen.

Vielleicht weißt du mehr und kannst mir helfen zu sagen um welche Art es sich hier wirklich handelt.
Sieht schon fast aus wie eine knall gelbe glasrose...

Gruß Markus
Posted by Thomas on
Hallo Markus,

Tubastreas können sich auch asexuell vermehren und Larven abgeben. Die werden dann von der Strömung weggetragen und wachsen dort, wo sie anhaften, zu neuen Kolonien heran.
Ich hatte mal ein azooxantelles Artenbecken, in dem die Tubastreas sich schneller vermehrt haben als die Glasrosen!

Gruß,
Thomas
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