Aquarium-Fotografie, Teil 2: Weißabgleich

In diesem Artikel zur Fotografie von Meerwasseraquarien möchte ich auf die Besonderheiten vom Licht eingehen und Tipps geben, wie man eine Kamera richtig einstellen kann, um tolle Fotos zu schießen. Dabei wird insbesondere auf den Weißabgleich und die Belichtungszeit eingegangen.

Das Licht, das wir mit den Lampen über unserem Aqaurium erzeugen, unterscheidet sich vom Tageslicht: Es ist blau. Die Frage der Leutmittelwahl begegnet uns bei jedem Tausch von T5-Röhren, HQI-Brennern oder der Auswahl von LEDs für die Beleuchtung unserer Aquarien sorgen sollen. Wenn wir dann ins Aquarium blicken, erscheint uns die Farbe nicht immer so blau, wie sie tatsächlich ist, da uns in dem Augenblick, in dem wir ins Aquarium blicken, eine Refernz fehlt. Das Gehirn interpretiert die Farbtemperatur als normal, der Blaustich wird weitestgehend kompensiert. Der Unterschied ist aus technischer Sicht nicht unwesentlich. Während Tageslicht eine Farbtemperatur von 5000-6500 Kelvin hat liegt die Farbtemperatur im Aquarium je nach Wahl der Leutchtmittel oft zwischen 7000 Kelvin bis hin zu 20.000 Kelvin (in Blauphasen, besonders beim Einsatz von LEDs).

Wenn man keinen Einfluss auf den Weißabgleich der Kamera hat, sollte man versuchen, Mischlicht auszuschließen, damit sich die Kamera auf die gewüschte Lichtsituation einstellen kann.

Wenn man einfach so mit der Kamera in ein derat beleuchtetes Becken fotografiert, werden die Fotos einen starken Blaustich haben und ganz anders aussehen, als man es selbt wahrnimmt. Um diesen Blaustich zu kompensieren, kann man bei den meisten Kameras einen Weißabgleich vornehmen. Der Weißabgleich kompensiert eine Verschiebung der Farbe. Viele Kameras machen das bereits automatisch. Allerdings sind die Kameras auf Tageslicht oder Kunstlicht wie Neonreöhren ausgelegt und versuchen sich auf solche Situationen einzustellen. Mit den Hohen Farbtemperaturen unserer Aqaurium-Lampen kommen die meisten Kameras ohne etwas Hilfe nicht zurecht.

Um der Kamera zu sagen, dass die Farbtemperatur im zu fotografierenden Motiv tatsächlich 10.000 Kelvin hat, kann man bei den meisten Kameras den Weißabgleich manuell vornehmen. Technisch passiert dabei in der Kamera folgendes: Die Kamera nimmt die Farbe auf, die ein weißes Objekt unter dem Ziel-Licht wiedergibt. In unserem Szenario wird die Farbe blau sein. Der aufgezeuchnete Farbwert wird nun bei den folgenden Fotos als Referenz benutzt und die Differenz zu Weiß aus den Fotos herausgerechnet. So wird aus einem Weiß, das unter dem Aquarium-Licht blau erscheint, wieder ein Weiß auf dem Foto.

In der Praxis liegt die größte Herausforderung dann darin, die Einstellung für den manuellen Weißabgleich bei der Kamera zu finden. Hat man sich vergewissert, in welchem Menü die Einstellung vorzunehmen, ist es an sich ganz einfach: Man platziert ein weißes Objekt an der Stelle im Aquarium, an der man die Aufnahme machen möchte, z.B. eine weiße Untertasse, und macht hierauf den Weißabgleich. Dazu richtet man die Kamera so auf das Objekt, dass es den ganzen Sucher ausfüllt. Nun drückt man die Taste für den manuellen Weißabgleich, fertig.

Bei manchen Kameras kann man neben dem manuellen Weißabgleich auch die Farbtemperatur einstellen. Da bei meiner Nikon D7000 der manuelle Weißabgleich im Aquarium wegen meiner starken LED-Beleuchtung nicht funktioniert, erzeile ich hier die besten Ergebnisse, wenn ich die Farbtemperatur auf 8.000-10.000 Kelvin einstelle.

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