Aquarien-Fotografie, Teil 1: Kameraplatzierung

Dies ist der Beginn einer kleinen Serie von Artikeln zur Fotografie von Fischen und Korallen im Aquarium. Im ersten Teil möchte ich auf die Wahl der des Kamera-Standortes eingehen.

Das Ablichten von Korallen beschäftigt jeden Meerwasser-Aquarianer, der sich in den einschlägigen Foren herumtreibt. Natürlich möchte man das Becken, das man über Monate oder Jahre hinweg zur Blüte gebracht hat einem fachkundigen Publikum im besten Lichte präsentieren. Doch worauf kommt es bei der Fotografie an? Beim Ablichten von Korallen gelten andere Regeln als bei einem Schnappschuß an Land.

An sich ist es aber gar nicht so schwer. Wenn man ein paar Grundregeln berücksichtigt, sollten schnell tolle Fotos vom Aquarium gelingen. Und dazu braucht man nicht unbedingt eine Profi-Fotoausrüstung. Eine Kamera mit kleinem Sensor kann hier auch Vorteile haben.

So geht es nicht. Hier sieht man zwar das Aquarium, aber auch alles andere, was sich noch mit im Raum befindet und sich in der Scheibe reflektiert.

Wahl des Kamera-Standorts

Wenn wir unser Aquarium fotografieren haben wir Faktoren im Aqaurium und außerhalb des Beckens, die unsere Aufnahme beeinflussen. Es gibt drei Plätze, an denen wir die Kamera positionieren können. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, auf die ich kurz eingehen möchte. 

Vor dem Aquarium

Die wohl nahelegenste Vorgehensweise ist, sich mit der Kamera vor das Aqaurium zu setzen. Hier gibt es zweiw esentliche Dinge, die berücksichtigt werden müssen: Reflektionen in der Scheibe und die Verzerrung des Bildes durch die Scheibe bei schräg angestellter Kamera.

Wenn wir aus einem hellen Zimmer durch die Scheibe ins Aquarium fotografieren ist es nahezu sicher, dass sich Teile der Umgebung in der Scheibe reflektieren. Deswegen sollten Lichtquellen außerhalb des Aquariums ausgeschlossen werden. Also Rollo runter, Lampen aus und ganz wichtig: ohne Blitz fotografieren!

Neben dem Licht gilt es noch die Verzerrung der Aquariumscheibe zu berücksichtigen. Je dicker die Scheibe ist, desto stärker wird die Verzerrung ausfallen. Hier ist es am besten, immer rechtwinklig zur Scheibe zu fotografieren. Ich löse das so, dass ich mein Objektiv direkt auf der Aquariumscheibe aufsetze. Ein kleiner Tip noch: je kleiner der Sensor der Kamera, deso mehr verzeiht sie es, wenn der Winkel nicht ganz optimal ist. Bei kleineren Sensoren können also auch gute Bilder herauskommen, die mit größeren Kameras nicht möglich wären. So kann es passieren, dass manche Fotos mit dem Handy geschossen besser aussehen als bei der gleichen Einstellung mit der Spiegelreflexkamera.

Dieses Foto durch die Frontscheibe ist schon deutlich besser. Durch das abgedunkelte Zimmer ergeben sich keine störenden Reflektionen in der Scheibe.

Durch die Wasseroberfläche

Bei der Fotografie durch die Wasseroberfläche ergeben sich zwei positive Effekte. Zum einen entfällt die Verzerrung durch die Aquarienscheibe und zum Anderen können wir die Korallen mit dem Licht der Hauptbeleuchtung fotografieren. Wir knipsen also dort hin, wo die Korallen das volle Licht der Beleuchtung abbekommen. Und gerade hier sehen Acropora & Co am besten aus!

Zu berücksichtigen gibt es hier aber auch ein paar Dinge. Man wird nur etwas auf den Fotos sehen, wenn sich nicht die Lampe im Ausschnitt des Bildes spiegelt. Dazu kann man bei SLR-Kameras einen Polfilter verwenden (dieser kostet allerdings ein paar Blenden) oder man schattet die Lampe an der Stelle, wo man das Foto schießt ab. Das kann mit der Hand oder etwa einem Stück Pappe geschehen.

Dann ist wichtig, dass die Wasseroberfläche absolut ruhig ist. Also am besten die Strömungspumpen und die Rückförderung für die Dauer der Fotosession ausschalten. So entstehen wirklich tolle Fotos. Aber aufpassen, dass euch nicht die Kamera ins Wasser fällt!

Gerade SPS und Muscheln sehen von oben fotografiert am Besten aus. Nicht ohne Grund findet man in vielen Online-Shops nur von oben fotografierte Tiere.

Mit Unterwassergehäuse im Wasser

Die wohl besten Aufnahmen passieren aus nächster Nähe. Bringt man die Kamera unter Wasser, umgeht man jegliche Probleme mit der Lichtbrechung, die uns bei der Fotografie von Oben oder von der Seite einen Strich durch die Rechnung machen. Auch kann hier der Blitz verwendet werden, um Details hervor zu heben.

Es ist inzwischen gar nicht mehr so teuer, seine Kamera im Aquarium zu versenken. Es gibt für eine Vielzahl von Kompaktkameras Unterwassergehäuse der Markenhersteller, die im Bereich um 200€ oder darunter liegen. Mit diesen Gehäusen ist man auf der sicheren Seite. Sie sind absolut wasserdicht und ermöglichen eine volle Bedienung der Kamera auch unter Wasser. Ich habe hierfür eine Canon Sx230 mit passendem Gehäuse. Diese Kombination ist äußerst kompakt und lässt sich gut im Aqaurium bedien. Zudem ist das Gehäuse aber bsi 40m Wassertiefe zugelassen. Ich habe es ausprobiert – es stimmt.

Für den schlankeren Geldbeutel gibt es eine Vielzahl von Silikonsäcken, in die man die Kameras eintüten kann. Hier sollte man nur darauf achten, dass die Beutel auch wirklich dicht halten und, dass die Linse aus Glas oder zumindest einem stabilen Kunststoff besteht. Andere Materialien biegen sich durch – und dann gibt es wieder das Problem mit der optischen Verzerrung. Für die Fotografie im Aquarium ist so ein Beutel eine günstige Alternative zum Gehäuse – wenn es aber in Tiefen von mehr als einem Meter gehen soll, sind die Beutel denkbar ungeeignet. Auch wenn sie dicht halten: der Wasserdruck würde die Kamera erst unbedienbar machen und schließlich zerstören. 

Die Stärke von Unterwassergehäusen ist, dass man nah an die Korallen herankommt. Dadurch, dass der Zoom wegfällt bleibt die räumliche Tiefe im Bild erhalten und man kann tolle Macroaufnahmen machen.

Posted by Jamespaype on
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